Christoph Kardinal Schönborn, der Erzbischof von Wien, hat 2005 mit einem Artikel in der New York Times Aufsehen erregt, in dem er sich zur Evolutionstheorie äußerte. Darüber ist auch in Nr. 15/2005 von "Publik-Forum - Zeitung kritischer Christen" diskutiert worden. Hier ist Schöborns Artikel widergegeben.
Ich halte es für wichtig daran zu erinnern, dass Schönborn ja von Anfang an eingeräumt hat, dass es nicht darum geht, die Evolution im Sinne eines gemeinsamen Ursprungs aller Lebewesen in Frage zu stellen. Daher soll er sich hinterher auch von den sog. Kreationisten, welche die "intelligent design"-These vorantreiben, distanziert haben. Ich glaube auch, dass es nicht um die Alternative Evolution oder "Schöpfung in sechs Tagen" geht. Denn Schönborn hat selber deutlich gemacht, dass es der Kirche darum nicht geht. Ich meine auch dass ihm da zuzustimmen ist, wo er sich gegen die Vorstellung absoluter Zufälligkeit wendet. Die Feststellung, dass eine absolute Zufälligkeit im Universum nicht mit dem Glauben an einen Gott, der für die Menschen da ist, zusammengeht, halte ich auch für plausibel. Problematisch ist schon eher sein Postulat, dass ein Schöpfer und ein Schöpfungsplan mit dem Verstand erkennbar sind.