Im Folgenden
soll eine Anregung gegeben werden zu der Querfront-Debatte, die sich an den
Montagsmahnwachen und dem durch Henryk Broder zu Fall gebrachten Moderator Ken
Jebsen, der jetzt bei Youtube den Kanal
KenFM betreibt, entzündet hat, die in den Medien und auch von Teilen der Linken, wie
sich an dem Sammelband Vorsicht Volk!
zeigt, auf fragwürdige Weise mit dem rechten Wutbürgertum , mit Pegida, mit
Akif Pirincci, mit Jürgen Elsässer und seinem Magazin Compact in einen Zusammenhang gebracht werden, obwohl Ken Jebsen
und sein Co-Autor Pedram Shahyar gegenüber dem zuvor genannten Lager völlig
entgegengesetzte Positionen bezogen auf Zuwanderung und Flüchtlingsdebatte
vertreten und Ken Jebsen seine kurze Zusammenarbeit mit Jürgen Elsässer, bei
der es um den Themenkomplex Russland_Ukraine ging, längst beendet hat.
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Sonntag, 17. April 2016
Samstag, 9. Februar 2013
Isabelle Neulinger: "Meinen Sohn bekommt ihr nie - Flucht aus dem gelobten Land"
Man beachte vor allem diesen Satz:
…
wenn diese Ehen scheitern, müssen sie erst einmal geschieden werden, was gar
nicht so einfach ist. Wenn sie das schaffen, dann ist es ihnen verboten, das
Land mit ihren Kindern auch nur für eine Reise zu verlassen - aus Angst, sie
könnten die Kinder dauerhaft entführen.
Hier müsste eigentlich der letzte
Mitläufer der modischen Pseudo-Aufklärung aufwachen.
Es gibt keinen essentiellen - also
keinen über graduelle Unterschiede in der Gewaltbereitschaft hinausgehenden Unterschied
- zwischen dem politischen Zionismus und dem politischen Islamismus. Der reale
Zionismus ist nicht säkular und nicht kosmopolitisch und entstammt nicht dem
Geist der Aufklärung, sondern ist im Gegenteil eine regressive Flucht vor der
individuellen Emanzipation in ein abgeschottetes ethnoreligiöses Kollektiv.
Dienstag, 18. Dezember 2012
Anmerkungen zu Judith Butler und Broders Stammtisch
Wann immer eine jüdische Persönlichkeit
eine Meinung vertritt, die nicht im Sinne des Zentralrates und Broders ist und diese
Person von mehrheitlich nichtjüdischen Gremien ausgezeichnet wird, bricht Panik
aus. Judith Butler ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wirklich
Jüdin, dazu später mehr. Sie ist auch in die jüdische Gemeinschaft eingebunden,
im Unterschied z.B. zu Broder, dessen jüdische Identität sich nur aus der
Abwehr des Antisemitismus speist, wobei dies für die Außenstehenden allerdings
kein Kriterium sein dürfte, jemanden die Berechtigung und Glaubwürdigkeit
bezüglich Israel zuzusprechen. Denn selbstverständlich hat in der modernen Welt
jeder, auch ein Jude, das Recht sich von der eigenen Gemeinschaft ganz zu
distanzieren. Deshalb ist die Bezichtigung des Selbsthasses gegen alle, die
sich der bedingungslosen Solidarität mit ihrer angestammten Ethnie oder
Religionsgemeinschaft verweigern, schon zutiefst reaktionär. Man stelle sich
einmal vor, wie es sich anhören würde, wenn die Islamlobbyisten bspw. gegen
Necla Kelek oder Hamed Abdel Samad die Bezichtigung türkischen, arabischen oder
muslimischen Selbsthasses erheben würden. Dagegen würde freilich Broders Achse als Erstes Sturm laufen.
Allerdings fürchten sie solche Vergleiche eben wie der Teufel das Weihwasser,
obwohl oder gerade weil sie sich so offensichtlich aufdrängen. (Siehe denStreit zwischen Broder und Benz) Judentum und Islam haben strukturell in ihrem
Gottesbild und in ihren äußeren Erscheinungsformen eigentlich mehr Gemeinsamkeiten
als Unterschiede,
Dienstag, 2. März 2010
Verhinderung von Veranstaltungen mit Norman Finkelstein wie im Oktober mit Ilan Pappé
http://www.tagesspiegel.de/politik/deutschland/Israel-Norman-Finkelstein-Linke;art122,3040711
Am 26. Februar 2010 sollte der jüdische Intellektuelle Professor Norman Finkelstein in Berlin zum Thema ""Israel, Palästina und der Goldstone-Bericht über den Gaza-Krieg" sprechen. Durchgeführt werden sollte die Veranstaltung in den Räumen der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Dagegen gab es erwartungsgemäß eine Kampagne von Antideutschen und anderen bedingungslosen Unterstützern der aktuellen israelischen Politik. Gestern hat die Stiftung nun dem Druck nachgegeben, nachdem sie vergeblich versucht hatte, die Veranstalter dazu zu bewegen, auch einen Gegenpart zu Finkelstein auftreten zu lassen. Die Veranstaltung kann nicht unter dem Dach der RLS stattfinden.
http://www.scharf-links.de/90.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=8909&tx_ttnews[backPid]=48&cHash=3a795d7cda
Ähnliches ereignete sich auch im Oktober des letzten Jahres in München mit dem damals israelischen, heute in Großbritannien lebenden Autor Ilan Pappé
http://www.jungewelt.de/2009/12-05/005.php
Das antideutsche Spektrum greift stets rhetorisch die antisemitischen Ideologien auf und fordert daher die bedingungslose Unterstützung von allem Jüdischen, weil es dieselben Projektionen gegenüber dem Judentum hegt wie die klassischen Antisemiten auch, nämlich die Urheberschaft für die und das Moderne, für jegliches Emanzipationsdenken.
Am 26. Februar 2010 sollte der jüdische Intellektuelle Professor Norman Finkelstein in Berlin zum Thema ""Israel, Palästina und der Goldstone-Bericht über den Gaza-Krieg" sprechen. Durchgeführt werden sollte die Veranstaltung in den Räumen der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Dagegen gab es erwartungsgemäß eine Kampagne von Antideutschen und anderen bedingungslosen Unterstützern der aktuellen israelischen Politik. Gestern hat die Stiftung nun dem Druck nachgegeben, nachdem sie vergeblich versucht hatte, die Veranstalter dazu zu bewegen, auch einen Gegenpart zu Finkelstein auftreten zu lassen. Die Veranstaltung kann nicht unter dem Dach der RLS stattfinden.
http://www.scharf-links.de/90.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=8909&tx_ttnews[backPid]=48&cHash=3a795d7cda
Ähnliches ereignete sich auch im Oktober des letzten Jahres in München mit dem damals israelischen, heute in Großbritannien lebenden Autor Ilan Pappé
http://www.jungewelt.de/2009/12-05/005.php
Das antideutsche Spektrum greift stets rhetorisch die antisemitischen Ideologien auf und fordert daher die bedingungslose Unterstützung von allem Jüdischen, weil es dieselben Projektionen gegenüber dem Judentum hegt wie die klassischen Antisemiten auch, nämlich die Urheberschaft für die und das Moderne, für jegliches Emanzipationsdenken.
Eheschließung zwischen jüdischen und arabischen Israelis nur auf Zypern möglich!
In einer Diskussion um folgenden Artikel
http://www.sueddeutsche.de/u5g38A/2999701/Ja-wort-ohne-Jahwe.html
habe ich folgendermaßen Stellung genommen:
Die Ehen werden zwar gemäß internationalem Recht anerkannt, aber im Land selbst gibt es nicht die Möglichkeit der Ziviltrauung. - Das heißt aber: Israel ist von einer Trennung von Staat und Religion noch weit entfernt. Das Problem ist eben, dass entgegen einem weit verbreiteten Irrtum der Staat Israel nicht wirklich ein rein säkulares Gebilde ist. Dies zu ändern würde die Frage nach der israelischen Identität als solche berühren.
Schon alleine die Definition davon, wer Jude ist und damit vorzugsweise einwanderungsberechtigt und wer nicht, richtet sich nach den Regeln der talmudischen Orthodoxie; ebenso wie schon die Voraussetzung, dass der jüdische Staat in Palästina und nicht irgendwo anders liegen soll. Offiziell mit diesen Angelegenheiten betraut ist dann eben als staatliche Institution (!) das Rabbinat der jüdischen Orthodoxie, nicht des Reformjudentums, das hauptsächlich in den USA verbreitet ist. Die Orthodoxie erkennt als Juden nur diejenigen an, die von einer jüdischen Mutter abstammen, was auf viele Einwanderer aus der früheren Sowjetunion nicht mehr zutrifft, oder solche die unter Anleitung orthodoxer Rabbiner konvertiert sind, nicht aber reformjüdische Konvertiten.
Israel steht also letztendlich vor der Wahl, ob es wirklich ein moderner pluralistischer oder ein homogen jüdischer Staat sein will.
Wenn Israel die Religionszugehörigkeit wirklich zur Privatsache machen würde, also Juden und Nichtjuden wirklich gleichberechtigt wären und Juden auch die Religion wechseln könnten, ohne dass das ihre staatsbürgerlichen Rollen verändern würde, dann so wird befürchtet, würde sein eigentlicher Zweck eine Heimstätte für Juden zu sein, verloren gehen; möglicherweise die Juden zur Minderheit werden. Das würde dann wieder die Gefahr bedeuten, dass sie diskiriminiert werden oder zu einer südafrikanischen Lösung greifen…
Das wirft dann wirklich die Frage auf, ob der Zionismus als solcher eine angemessene Lösung des Problems mit dem Antisemitismus ist!
Das, was von den „progressiven“ Apologeten Israels zutreffend als Merkmal und Motivation des Antisemitismus angeführt wird, die Ablehnung der Errungenschaften der Moderne, Liberalismus, Individualismus trifft eben genau so auch auf den konsequenten Zionismus zu, weil er alle Menschen jüdischer Herkunft auf ihre jüdische Identität festlegt. Das wird aber von denen, die Israel als Bollwerk der säkularen Moderne missverstehen (besonders bizarr bei den „Antideutschen“), völlig unterschlagen.
http://www.sueddeutsche.de/u5g38A/2999701/Ja-wort-ohne-Jahwe.html
habe ich folgendermaßen Stellung genommen:
Die Ehen werden zwar gemäß internationalem Recht anerkannt, aber im Land selbst gibt es nicht die Möglichkeit der Ziviltrauung. - Das heißt aber: Israel ist von einer Trennung von Staat und Religion noch weit entfernt. Das Problem ist eben, dass entgegen einem weit verbreiteten Irrtum der Staat Israel nicht wirklich ein rein säkulares Gebilde ist. Dies zu ändern würde die Frage nach der israelischen Identität als solche berühren.
Schon alleine die Definition davon, wer Jude ist und damit vorzugsweise einwanderungsberechtigt und wer nicht, richtet sich nach den Regeln der talmudischen Orthodoxie; ebenso wie schon die Voraussetzung, dass der jüdische Staat in Palästina und nicht irgendwo anders liegen soll. Offiziell mit diesen Angelegenheiten betraut ist dann eben als staatliche Institution (!) das Rabbinat der jüdischen Orthodoxie, nicht des Reformjudentums, das hauptsächlich in den USA verbreitet ist. Die Orthodoxie erkennt als Juden nur diejenigen an, die von einer jüdischen Mutter abstammen, was auf viele Einwanderer aus der früheren Sowjetunion nicht mehr zutrifft, oder solche die unter Anleitung orthodoxer Rabbiner konvertiert sind, nicht aber reformjüdische Konvertiten.
Israel steht also letztendlich vor der Wahl, ob es wirklich ein moderner pluralistischer oder ein homogen jüdischer Staat sein will.
Wenn Israel die Religionszugehörigkeit wirklich zur Privatsache machen würde, also Juden und Nichtjuden wirklich gleichberechtigt wären und Juden auch die Religion wechseln könnten, ohne dass das ihre staatsbürgerlichen Rollen verändern würde, dann so wird befürchtet, würde sein eigentlicher Zweck eine Heimstätte für Juden zu sein, verloren gehen; möglicherweise die Juden zur Minderheit werden. Das würde dann wieder die Gefahr bedeuten, dass sie diskiriminiert werden oder zu einer südafrikanischen Lösung greifen…
Das wirft dann wirklich die Frage auf, ob der Zionismus als solcher eine angemessene Lösung des Problems mit dem Antisemitismus ist!
Das, was von den „progressiven“ Apologeten Israels zutreffend als Merkmal und Motivation des Antisemitismus angeführt wird, die Ablehnung der Errungenschaften der Moderne, Liberalismus, Individualismus trifft eben genau so auch auf den konsequenten Zionismus zu, weil er alle Menschen jüdischer Herkunft auf ihre jüdische Identität festlegt. Das wird aber von denen, die Israel als Bollwerk der säkularen Moderne missverstehen (besonders bizarr bei den „Antideutschen“), völlig unterschlagen.
Sonntag, 28. Februar 2010
Zum Thema: Antisemitismus und die Linke
Folgender Text von mir erschien im Sommer 2002 im Freiburger u-asta-info:
Seit dem Beginn der Intifada wird der politische Diskurs in Deutschland zunehmend durch die Haltung zu Israel polarisiert. Die Vorgänge in der FDP können dabei ohne weiteres als Wahlkampfgetue hingenommen werden. Wichtiger ist das, was in der anti-imperialistischen Linken vor sich geht. Der linke Diskurs gestaltete sich immer entgegengesetzt zum herrschenden. Seit Ende der 60er Jahre wurde die Palästina-Solidarität gepflegt, als die etablierten Kräfte wie die Springer-Presse bedingungslos Israel unterstützten. Mittlerweile gibt es Verwirrung seit dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus und dem Erstarken des islamischen Fundamentalismus. Während also in den 60er und 70er Jahren immer zwischen Juden und Israel streng unterschieden wurde, so daß immer klar war, daß Ablehnung der israelischen Besatzung nicht Antisemitismus bedeutet, wird von gewissen Leuten jetzt sofort der Vorwurf des Antisemitismus erhoben.
Seit dem Beginn der Intifada wird der politische Diskurs in Deutschland zunehmend durch die Haltung zu Israel polarisiert. Die Vorgänge in der FDP können dabei ohne weiteres als Wahlkampfgetue hingenommen werden. Wichtiger ist das, was in der anti-imperialistischen Linken vor sich geht. Der linke Diskurs gestaltete sich immer entgegengesetzt zum herrschenden. Seit Ende der 60er Jahre wurde die Palästina-Solidarität gepflegt, als die etablierten Kräfte wie die Springer-Presse bedingungslos Israel unterstützten. Mittlerweile gibt es Verwirrung seit dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus und dem Erstarken des islamischen Fundamentalismus. Während also in den 60er und 70er Jahren immer zwischen Juden und Israel streng unterschieden wurde, so daß immer klar war, daß Ablehnung der israelischen Besatzung nicht Antisemitismus bedeutet, wird von gewissen Leuten jetzt sofort der Vorwurf des Antisemitismus erhoben.
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